Tag Archive: #healthychoise

Gleichgewicht

Die Frage die mir am häufigsten bisher gestellt wurde ist „wie schafft du das, wie hast du das hin bekommen?“ Es steckt tatsächlich kein großes Geheimnis dahinter, es ist nur ein Bedürfnis!

Krankheitsbedingt war ich eine Zeitlang etwas eingeschränkt in meiner Mobilität und das hat mich schier wahnsinnig gemacht. In dieser Zeit wurde mein Bedürfnis nach Beweglichkeit, Stärke und Mobilität sehr stark. Ebenfalls hat sich durch diese Phase in meinem Leben das Bedürfnis entwickelt, das ich mich einfach mit mir und in meinem Körper wohl fühlen möchte. Ich hab mich in dieser Phase so unwohl mit mir selber gefühlt und war wütend über mich, dass ich nicht so funktioniert habe wie ich wollte…

Dann hab ich angefangen immer wieder irgendwelche Diäten auszuprobieren und mit verschiedenen Sportarten begonnen. Yoga, Tai-Bo und vieles mehr. Es hat seine Wirkung gezeigt, aber immer nur kurzfristig.

Irgendwann 12966474_1159582347393994_1726285605_ndann bin ich in mich gegangen und habe überlegt was ich damit erreichen will. Ich wollte nicht nur schön aussehen und einen toll geformten Körper haben, ich wollte mobil sein, beweglich, springen, laufen, stark sein und das ausstrahlen können. Also begann ich zu laufen und mit jedem Meter den ich weiter kam ging es mir besser. Ich lief immer wieder die selbe Strecke und versuchte sie zu verlängern. Ebenfalls begann ich viel zu lesen über gesunde Ernährung und fand dann endlich irgendwann eine gute Ansprechpartnerin die mir die „Bodybuilder-Ernährung“ erklärte. Diese Form von Ernährung schien für mich völlig logisch und machbar, weil sie keine Diät war sondern eine Lebenseinstellung und eine Ernährungsumstellung. Also begann ich ganz viel zu lesen über das Bodybuilding und die Ernährungsform der Bodybuilder. Kurze Zeit später meldete ich mich im Fitnessstudio an und jede einzelne Wiederholung fühlt sich für mich grandios an, ich verliebte mich in das Gefühl alles zu gehen und danach völlig platt zu sein.

12992299_1159581157394113_799392951_nIch lernte meine Aggressionen beim Sport zu lassen und war viel ausgeglichener, viel ruhiger und viel zufriedener mit mir. Dann begann der Wunsch gut auszusehen sehr groß zu werden und eine weile Trainierte ich nur noch danach eine tolle Form zu erlangen, senkte meinen Körperfett durch Ausdauertraining und eine sehr strikte Ernährung und verlor mich darin. Das ungesunde Essen wurde nur noch zu festgelegten Cheatdays erlaubt und ich wurde herrisch zu mir selber. Meine Freunde begann es zu nerven, dass ich nie mit ihnen etwas ungesundes aß und immer immer immer vom Sport und der Ernährung redete. Es fing dann sogar an, dass ich ein schlechtes Gewissen hatte wenn ich mal ein Ben && Jerry’s aß. Ich konnte im Urlaub nicht schlemmen, weil ich Angst hatte ich würde aus der Form kommen.

Darauf folgte ein Rückschlag und ich wurde wieder krankheitsbedingt vom Sport abgehalten und davon mich gesund zu ernähren, weil meine Seele einfach wollte das ich futtere. Ich hatte jedoch ganz gut gelernt mein Essverhalten zu kontrollieren und blieb in meiner Form. Das alles machte mich nicht mehr Glücklich und ich setzte mich selber extrem unter Druck. Ich hatte doch das Image von einem Fitnesschick. Doch eigentlich war das nie meine Absicht, ein Fitnesschick zu sein, ich wollte nur zufrieden mit mir sein, mein Bedürfnis nach Gesundheit und Vitalität erfüllen.

Als ich dann an dem Punkt ankam, dass ich mich erinnerte warum ich angefangen hatte mit dem Sport fand ich den gesunden Mittelweg für mich. Heute weiß ich, dass das hören auf meine Bedürfnisse der Schlüssel für meine Fitness ist. Wenn ich einen Tag hatte der einfach nicht so lief, höre ich auf mich und mal geht es mir besser damit, mich völlig im Sport zu verausgaben und mal geht es mir besser damit einen Americaner mit purer Zuckerschicht zu futtern.

Ich kann unter dem Strich sagen, das schönste Sixpack und die ganzen Komplimente die man dafür bekommt sind nichts wert, wenn man nicht auf sich und seine Bedürfnisse hört.

Es bringt nichts, zu warten bis der Leidensdruck unermesslich hoch ist und dann mit Gewalt und Selbsthass an sich zu arbeiten. Es bringt aber etwas selbstempathisch zu sein und zu gucken, was man leisten kann und womit man glücklich leben kann.
An dieser Stelle einen großen Dank an meinen Bruder der immer an mich geglaubt hat und mir den Weg zur Selbstempathie gezeigt hat. Ich hab dich lieb.